Evangelische
Kirchengemeinde
Fahrenbach

Geschichtliches

Geschichte der Kirchengemeinde

Waren die Orte Fahrenbach und Trienz seit 1529 als Filialgemeinde der Evangelischen Muttergemeinde Lohrbach zugeteilt, wurden sie mit ihren evangelischen Einwohnern 1863 zum ständigen Vikariat Fahrenbach erhoben. Schließlich erging die „Höchste Entschließung seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs Friedrich von Baden“, das ständige Vikariat Fahrenbach in eine eigene Pfarrei Fahrenbach umzuwandeln.

Das Kirchspiel der neuen Pfarrei Fahrenbach umfasste damals noch ein weit größeres Gebiet als heute, denn neben den Orten Fahrenbach und Trienz waren auch alle evangelischen Christen in den zahlreichen Odenwaldgemeinden bis nach Mudau dem Pfarrer von Fahrenbach zur seelsorgerischen Betreuung anvertraut. Erst als sich nach dem Zweiten Weltkrieg die Zahl der evangelischen Christen in all diesen überwiegend katholischen Orten stark erhöhte, wurde 1949 das Diasporapfarramt Mudau geschaffen. Zu dessen Gunsten wurden von der Pfarrei Fahrenbach die Orte Limbach, Balsbach, Laudenberg, Scheringen, Ober- und Unterscheidental, Langenelz, Mudau, Steinbach, Rumpfen, Waldauerbach, Schloßau, Donebach, Mörschenhardt, Ernsttal und Waldleiningen abgetrennt.

Der Evangelische Kirchengemeinde Fahrenbach mit Trienz verblieben seitdem und bis heute die Diasporaorte Robern, Krumbach, Wagenschwend und Muckental mit Hofgut Rineck.

Seit 2017 ist Michael Roth-Landzettel Pfarrer der Kirchengemeinde; er bewohnt mit seiner Familie das Pfarrhaus in der Adolf-Weber-Straße 12, wo sich auch das Pfarrbüro befindet.

Hierzu Literatur: MÜNCH, Erna: Chronik der evangelischen Kirche Fahrenbach; in: Fahrenbacher Heimatbuch, Hg. Heimat- und Verkehrsverein Fahrenbach e.V., Druckerei Odenwälder, Buchen-Walldürn 1995, S. 105 ff.

Geschichte der evangelischen Kirche in Fahrenbach

Nach der Reformation war die damals einzige Kirche in Fahrenbach evangelisch-lutherisch. Bei der pfälzischen Kirchenteilung im Jahre 1705 wurde dieses vorreformatorische Kirchengebäude den Katholiken überlassen. (Dies betraf in der Kurpfalz noch sieben weitere Gemeinden, wie z.B. Neckargerach und Guttenbach. Die reformatorische Vorgeschichte dieser heute katholischen Kirchen ist noch daran zu erkennnen, dass der Hahn, der sich sonst typischerweise auf evangelischen Kirchen befindet, auf den Kirchturmspitzen verblieben ist.)
Der evangelische Teil der Einwohner in Fahrenbach und Trienz hatte nun keine eigene Kirche mehr und gehörte zur Pfarrei Lohrbach. Die damals benutzten Kirchpfade zwischen Trienz, Fahrenbach und Lohrbach wurden vom Heimatverein e. V. rekonstruiert, z. T. ausgeschildert und wieder begangen.

Der Wunsch nach einer eigenen Kirche war groß. In seiner Pfarrsynodalarbeit, aufbewahrt im Archiv der evang. Landeskirche, schreibt Pfarrer Georg Kappes (Pfarrverweser bzw. Pfarrer in Fahrenbach 1890-1902) über die damalige Notlösung: „Auf dem Platz gegenüber dem Gasthaus zur Krone (heute „Alte Schmiede“, Hauptstr. 30), wo jetzt der Kirchendiener Ebel seinen Grasgarten hat, errichtete man sie [die Kirche im Jahre] 1717. Die Wände bestanden fast ganz aus Forlenholz, und entsprechend armselig war ihre Ausstattung. Und doch blieb der Gemeinde noch eine drückende Schuldenlast.“ Nach etwa 100 Jahren wurde von dem für Fahrenbach zuständigen Lohrbacher Pfarrer Joseph berichtet: „Der Dachstuhl ist bereits verfault und so mürbe, daß niemand mehr das Herz hat, sich auf denselben zu wagen. Das Kapellentürmchen, ebenfalls ganz aus Holz, wackelt gegenwärtig hin und her, wenn die Glocken angezogen werden, und wir müssen befürchten, daß dies Türmchen bei einem Zusammenläuten oder durch einen heftigen Windstoß herabgeworfen wird.“

Als so genannte „ausgefallene Gemeinde“ (die also bei der Kirchenteilung 1705 leer ausgegangen war) mussten die Evangelischen in Fahrenbach und Trienz die Finanzierung eines neuen Kirchenbaus weitgehend selbst stemmen. „1818, 1819 und 1820 erboten sich 210 Beitragspflichtige (über 5 Jahre) von Fahrenbach jeweils an Martini 10 Kreuzer (xr) zu geben, das waren jährlich 35 Gulden (fl), und in Trienz ergab diese Abgabe jährlich 15 fl 40 xr.“

Die Kirche wurde schließlich nach acht Jahren Bau- und Finanzierungsplanung an idealem Platz mitten im Ort erstellt. Die Kosten stellten sich auf 4.296 fl 49 xr. An Deckungsmitteln hatte die Gemeinde nur 3.549 fl 6 xr. So hatte man noch lange an den Bauschulden zu tragen.

Am 29. Oktober 1826 war es so weit. Die neue Kirche wurde in einem Festgottesdienst ihrer Bestimmung übergeben. Die ganze Gemeinde zog geschlossen, vom Schulhaus ausgehend, in die neue Kirche ein. Die auswärtigen Ehrengäste hatte Pfarrer Joseph allerdings bitten müssen, ihren Mundbedarf selbst mitzubringen, da der Kirchenbau die pekuniären Mittel der Gemeinde so erschöpft habe, dass es nicht möglich sei, die Gäste mit einem Mahl zu bewirten.

Man hatte damals vor über 190 Jahren jedoch trotz aller Zeitverhältnisse und Schwierigkeiten etwas Bemerkenswertes geschaffen! Heute wird unser Kirchengebäude von Fachkundigen loben hervorgehoben: „Die Evangelische Kirche im Weinbrenner-Stil gehört zu den schönsten Kirchen des Klassizismus in Baden. Reizvoll die Ausführung in rotem Sandstein sowie eine kleine Säulenhalle.“ (Baden-Württemberg, zwischen Rhein und Main. Gauweiler Verlags GmbH Heidelberg, herausgegeben in Zusammenarbeit mit Staatsministerium und Gemeindetag Baden-Württemberg, o.J., S. 499).

Hierzu Literatur: MÜNCH, Erna: Chronik der evangelischen Kirche Fahrenbach; in: Fahrenbacher Heimatbuch, Hg. Heimat- und Verkehrsverein Fahrenbach e.V., Druckerei Odenwälder, Buchen-Walldürn 1995, S. 102 ff.

Geschichte des evang. Kindergartens "Unterm Regenbogen" Trienz

Seit dem Jahre 1926 wurde in Trienz eine evangelische Kinderschule für Kinder beider Konfessionen unterhalten, anfangs im Haus des Landwirts Wilhelm Menges.
Kurz darauf ergab sich unter der Initiative des damaligen Pfarrers Peter Katz die Möglichkeit, das Haus des Geheimrats Dr. Mays für 10.500,- Mark zu erwerben. Nach entsprechendem Umbau konnte Pfarrer Katz dieses Haus am 1. Juli 1929 seiner neuen Bestimmung als Evangelische Kinderschule übergeben. Zum dauerhaften Betrieb mussten jährlich mindestens 300,- Mark an Spenden aufgebracht werden. Oft war der Weiterbetrieb durch Finanzmangel gefährdet. Doch die stets zahlreichen Neuanmeldungen von Kindern ermutigten trotz aller Schwierigkeiten zum Weiterbetrieb.
Bis zum Jahre 1968 leiteten Diakonissinnen des Mutterhauses Nonnenweier unseren Kindergarten. Seit dieser Zeit betreuen und erziehen ausgebildete Kindergärtnerinnen und Praktikantinnen die Kinder.
Im Jahr 1964 wurden die Räumlichkeiten durch einen 182.000,- DM teuren Umbau erweitert, modernisiert und den neuzeitlichen Gegebenheiten angepasst. Die Kirchengemeinde hatte einen Eigenanteil von 7.000,- DM zu tragen. Die feierliche Einweihung des „neuen Kindergartens“ fand am 7. November 1964 statt.
Diese neuen Räumlichkeiten erlaubten es nun auch, dort einen sonntäglichen Gottesdienst für Trienz und die nahen Diasporaorte abzuhalten, bis dann 1982 die politische Gemeinde in dem gegenüberliegenden, nicht mehr für Schulzwecke genutzten Schulhaus einen „Kirchenraum“ für gottesdienstliche Zwecke zur Verfügung stellen konnte. Neuerdings genießen wir mit unseren Sonntagsgottesdiensten in Trienz dankenswerterweise Gastrecht bei unserer katholischen Schwesterkirche in der Seelsorgeeinheit Elztal-Limbach-Fahrenbach in deren Kirche „Maria Frieden“ in Trienz.

Eine grundlegende Sanierung erfolgt aktuell im Jahr 2018, bei der das Gebäude für ca. 350.000€ u.a. in Bezug auf Heizung, Elektroinstallation, Fenster und Türen dem heutigen Stand gebracht wird. Nach abgeschlossener Sanierung wird das Gebäude an die Kommunalgemeinde Fahrenbach verkauft, während die Trägerschaft des Kindergartens mit einer Gruppe und 22 Plätzen für Kinder ab 2 Jahren weiterhin bei der evangelischen Kirchengemeinde bleibt.

In der separaten Bildergalerie sind Bilder von der Zeit vor der Sanierung, der Sanierung und der Fertigstellung (entsprechend des Baufortschrittes) zu sehen.

Hierzu Literatur: MÜNCH, Erna: Chronik zum evangelischen Kindergarten in Trienz; in: Trienzer Heimatbuch, Hg. Ortsverwaltung Trienz, Geigerdruck GmbH Horb, o.J. (1992), S. 176 ff.